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KFZ-Haftpflichtversicherung: Anpassung der Regionalklassen ab 2023

Mit dem nahen Jahresende fällt der Blick auf Änderungen der Regionalklassen, die für die KFZ-Haftpflichtversicherung von Bedeutung sind. Erfahren Sie jetzt mehr über die kommenden Änderungen von Seiten der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Oktober. 27, 2022

Im Rahmen der KFZ-Haftpflichtversicherung ist die Einstufung in Regionalklassen für die Autofahrer wichtig. Diese Einstufung hat Folgen für die Höhe der Versicherungsbeiträge. Anpassungen ab 2023 durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehören zu wichtigen Neuigkeiten für alle Autofahrer. Im Folgenden erfahren Sie, welche Änderungen und Anpassungen zu beachten sind und wie sich diese auf den zu bezahlenden Betrag der KFZ-Haftpflichtversicherung auswirken. 

Erklärung der Regionalklassen in der KFZ-Haftpflichtversicherung

Zunächst einmal ist ein genauer Blick auf die Regionalklassen sowie auf deren Bedeutung wichtig, um die kommenden Änderungen genau einschätzen zu können. Die Regionalklasse sagt aus, wie hoch in einer bestimmten Region die Wahrscheinlichkeit eines Schadens ist. Dabei wird sowohl die Wahrscheinlichkeit von einem Unfall als auch von der Höhe der entstehenden Kosten angegeben. Daher dienen die Regionalklassen der KFZ-Haftpflichtversicherung als Unterstützung für die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Schadens. Daten aus der jeweiligen Region unterstützen dabei, hier passende Daten zu erhalten. Insgesamt gibt es etwas mehr als 400 Bezirke für die Regionalklassen in Deutschland, die entsprechend jährlich neu bewertet werden. 

Die wichtigsten Details zu Regionalklassen in der Kurzform: 

  • Die Regionalklassen zeigen, wie viele Schäden und Unfälle in einer Region durchschnittlich passieren
  • Die durchschnittlichen Kosten für entstehende Schäden werden ebenfalls berechnet
  • Es handelt sich um ein für die Versicherer wichtiges Merkmal für den Tarif
  • Höhere Regionalklassen zeugen von mehr Unfällen und Schäden im Vergleich
  • Höhere Regionalklassen führen zu höheren Kosten für die Versicherung
  • Wenig Unfälle in einer Region führen zu einer niedrigen Regionalklasse

Weitere wichtige Merkmale für den Tarif der KFZ-Haftpflichtversicherung sind unter anderem das Alter der Fahrer sowie der gefahrene Fahrzeugtyp. Daher führt eine hohe Regionalklasse nicht automatisch zu hohen Beiträgen für die Versicherung. Es kann vorkommen, dass die Versicherung dennoch günstiger ausfällt, wenn weitere Kriterien der Versicherer dafür sprechen. Doch die jeweilige Region, in der die Autofahrer gemeldet und unterwegs sind, hat durchaus Auswirkungen auf die Kosten für die KFZ-Haftpflichtversicherung. 

Kriterien für die Berechnung der Regionalklassen

Zusätzlich zu Schäden und Unfällen in einer Region rechnen Versicherer noch Wildunfälle sowie mögliche Hochwasser- und Hagelschäden in die Regionalklassen ein. Außerdem findet die Häufigkeit von Diebstählen Beachtung bei der genauen Einstufung. Wichtig sind Regionalklassen für die Vollkasko- und die Teilkaskoversicherung sowie für die KFZ-Haftpflichtversicherung. Entsprechend umfassende Veränderungen von den Regionalklassen haben daher nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf die Versicherungskosten. 

Wichtig: Es handelt sich bei Regionalklassen nur um einen von verschiedenen Faktoren, die Auswirkungen auf die Beitragshöhe der KFZ-Haftpflichtversicherung haben. Außerdem müssen die Versicherer die Regionalklassen nicht nutzen oder als Grundlage für ihre Tarifberechnung verwenden. Es handelt sich um eine unverbindliche Einstufung, die jedoch für einen Großteil der Versicherer von Bedeutung ist und bei der Tarifberechnung hinzugezogen wird. 

Die erwartete Anpassung der Regionalklassen ab 2023

Ab 2023 ändern sich die Regionalklassen, da es durch Anpassungen eine neue Einstufung von diesen gibt. Da zahlreiche Autofahrer entsprechende Folgen bemerken, ist es wichtig, sich mit diesen Anpassungen zu befassen. Es ist üblich, dass einmal jährlich die Regionalklassen angepasst werden. Dabei werden unter anderem die Unfälle und Schäden aus den vergangenen 5 Jahren betrachtet. Es ist somit normal, dass sich nicht nur nach einem Umzug Änderungen einstellen können. 

Ab 2023 ändert sich den Angaben der GDV für rund 26,8 Millionen Autofahrer aus 244 Bezirken nicht wirklich etwas. Folgende Veränderungen sind jedoch zu beachten: 

  • In 67 Bezirken liegt in Zukunft eine günstigere Regionalklasse vor (Günstigere Gebühren für rund 5,5 Millionen Autofahrer)
  • In 101 Bezirken findet eine Einstufung in eine höhere Regionalklasse vor (höhere Kosten für etwa 10,1 Millionen Autofahrer)
  • In Großstädten sind die Regionalklassen insgesamt höher mit dem schlechtesten Ergebnis in Berlin (dort treten rund 40 Prozent mehr Schäden auf als im Bundesdurchschnitt)
  • Die niedrigste Regionalklasse findet sich in Brandenburg (rund 30 Prozent weniger Schäden als im allgemeinen Bundesdurchschnitt) 

Neue Einteilungen bei der Einstufung einzelner Regionen

Eine genaue Erklärung der Regionalklassen, der Veränderungen sowie der jeweiligen Einstufungen bietet die Webseite des GDV. Neben der neuen Einstufung der Regionen ist es auch wichtig, die Änderungen der Regionalklassen selbst zu kennen, die ab 2023 kommen. Bis jetzt erreichte eine Region beispielsweise die niedrigste Regionalklasse, wenn sie 15 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt lag, was die Schäden betrifft. Diese Zahl wird ab 2023 auf 22 Prozent angehoben, sodass entsprechend weniger Regionen in diese Regionalklasse fallen. Aktuell sind es ab 2023 24 statt wie zuvor 55 Regionen, die in die günstigste Regionalklasse fallen.

Zwar gibt es weniger Bezirke in der günstigsten Regionalklasse, jedoch genauso weniger in der höchsten Regionalklasse. Nur wenn ein Bezirk ganze 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt, fällt dieser in die höchste Regionalklasse. Das ist nur bei Berlin und Offenbach der Fall, wodurch für viele Autofahrer die Einstufung jetzt günstiger ist. Schließlich reichten bisher 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt für die Einstufung in die höchste Regionalklasse aus. 

Fazit: Der Wohnort beeinflusst die genaue Einstufung

Üblicherweise beeinflusst der Wohnort die jeweilige Regionalklasse. Es ist möglich, dass sich die Gebühren für die KFZ-Haftpflichtversicherung jährlich verändern, je nach erneuter Einstufung. Für die Einstufung ist der GDV verantwortlich, der Schäden, Unfälle sowie die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls sowie eines Unwetterschadens einbezieht. Die zuvor genannten Veränderungen bei der Einstufung in die günstigste sowie in die höchste Regionalklasse sind dabei besonders zu beachten. Interessant ist es für viele Autofahrer, sich hier in Bezug auf mögliche Änderungen zu informieren. Auf diese Weise wartet erst einmal keine unangenehme Überraschung zu Beginn des Jahres 2023, wenn die neuen Versicherungsbeiträge genauer bekannt werden. 

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