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Compliance

UVV-Fahrerunterweisung beim Dienstwagen: So geht’s

Worum geht es bei der UVV-Sicherheitsunterweisung für Fahrer? Unter der Fahrerunterweisung (Fahrer-UVV) wird die Einweisung der Fahrer von Dienstfahrzeugen in die sichere Nutzung der Fahrzeuge verstanden. Diese Unterweisung ist als Teil der Halterhaftung in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften geregelt (siehe DGUV Vorschrift 70 ehemals BGV D29). Somit hat sie Gesetzeskraft. Als Vorschrift der Arbeitsicherheit soll sie dafür sorgen, dass Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz, zu

März. 27, 2021

Worum geht es bei der UVV-Sicherheitsunterweisung für Fahrer?

Unter der Fahrerunterweisung (Fahrer-UVV) wird die Einweisung der Fahrer von Dienstfahrzeugen in die sichere Nutzung der Fahrzeuge verstanden. Diese Unterweisung ist als Teil der Halterhaftung in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften geregelt (siehe DGUV Vorschrift 70 ehemals BGV D29). Somit hat sie Gesetzeskraft. Als Vorschrift der Arbeitsicherheit soll sie dafür sorgen, dass Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz, zu dem bei betrieblich überlassenen Fahrzeugen auch das Fahrzeug gehört, möglichst keinen Gefährdungen ausgesetzt sind. Im Rahmen der Fahrer-UVV sollen die Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und relevanten Vorschriften thematisiert werden.

Rechtsgrundlagen: §12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz, BDUV 1 i.V.m DGUV Regel 100-001

Wie sollte die Fahrer-UVV grundsätzlich ablaufen?

Ziel der Fahrer-UVV ist, dass die Fahrer über mögliche Gefahren bei der Nutzung der Dienstfahrzeuge unterwiesen werden. Dafür erstellt der Fuhrparkverantwortliche zunächst im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine Liste der möglichen Gefahren. Anhand der Liste sollte ein Kurs zusammengestellt werden, der über die Gefahren aufklärt. Der Kurs kann manuell oder elektronisch stattfinden. Ungeachtet der Unterrichtsform muss im Rahmen der Unterweisung ein Gespräch zwischen dem Mitarbeiter und dem Unterweisenden möglich sein, um Rückfragen direkt klären zu können. Die Inhalte sind verständlich zu vermitteln und der Verantwortliche muss überprüfen, ob der jeweilige Mitarbeiter die Inhalte auch verstanden hat. In der Praxis werden dafür oft Verständnistests nach erfolgter Unterweisung mit Fragen zum Unterrichtsmaterial eingesetzt. Zur rechtlichen Absicherung sollte dokumentiert werden, dass der Fahrer unterwiesen wurde. Beispielsweise können Fuhrparkleiter und Kursteilnehmer ein Dokument gemeinsam unterschreiben.

Rechtsgrundlagen: DGUV 1 i.V.m. DGUV Regel 100-001

Vorlage für Inhalte der Fahrer-UVV

Da es sehr viele unterschiedliche Arten von Dienstfahrzeugen gibt, sagen die UVV-Vorschriften nur wenig über den Inhalt der Einweisung aus.Art und Weise sowie der Umfang einer Unterweisung müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Gefährdungssituation und der Qualifikation der betroffenen Person stehen. Doch können Sie beispielsweise die folgenden Punkte bei der Gefährdungsbeurteilung beachten:

  • Witterung bei Nebel, Regen und Schnee (Einschränkung der Sicht, Rutschgefahr, angemessene Geschwindigkeit, Beleuchtung, Reifenprofil, Frostschutz, Winterketten, Eiskratzer etc.)
  • Fahrzeug-Checks durch den Fahrer
  • Verhalten bei Unfällen (Nutzung von Warnweste, Warndreieck, sicheren Standort suchen, Notrufnummern etc.)
  • Umgang mit Alkohol und Medikamenten (Einfluss von Alkohol, Restalkohol etc.)
  • Angepasster, defensiver Fahrstil
  • Ladungssicherung (Gefahren durch ungesicherte Kartons mit Broschüren auf Rücksitzen)
  • Umgang mit Stress und Ablenkung (die BG Verkehr stellt beispielsweise ein PDF zum Umgang mit Ablenkung im Straßenverkehr zur Verfügung)

Neben den allgemeinen Gefahren sollten Sie unbedingt auch Gefahren beachten, die das jeweilige Fahrzeug sowie Ihr Betriebsgelände betreffen. Bei neueren Fahrzeugen sollten Sie beispielsweise auf die Gefahren durch die Nutzung von Fahrassistenten eingehen. Beachten Sie unter anderem die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Fahrzeuge, um Gefahren zu identifizieren. Üblicherweise bieten auch Fahrzeughersteller eine Einweisung in die Fahrzeuge an. Machen Sie sich Notizen bei der ersten Einweisung oder Kontaktieren Sie ihn betreffend seiner Unterlagen.

 Rechtsgrundlage: DGUV 70

Wie oft sollte die Fahrerunterweisung stattfinden?

Die Unterweisung sollte einmal bei der Einstellung bzw. bei der Übergabe eines neuen Fahrzeugs und danach mindestens einmal jährlich stattfinden. Zusätzliche Unterweisungen sollten stattfinden, wenn Mitarbeiter einen Unfall haben, sich unsicher verhalten oder Rückfragen haben.

Vorgehen bei manueller und elektronischer UVV-Fahrerunterweisung

Sie können die Fahrerunterweisung manuell oder elektronisch durchführen. Beachten Sie, dass bei beiden Formen aus rechtlicher Sicht die Möglichkeit zu Rückfragen vom Fahrer an den Unterweiser möglich sein muss. Weiterhin muss zunächst eine Liste der möglichen Gefahren erstellt werden. Neben allgemeiner Gefahren ist insbesondere auch auf Gefahren zu achten, die sich durch den Fahrzeugtyp (beispielsweise automatisches Assistenzsystem) oder die Nutzungsart (beispielsweise Ladungssicherung bei Aussendienst-Fahrzeugen) zu achten.

  1. Manuelles Vorgehen: Anhand der Liste stellen Sie ein Kursprogramm zusammen. Um dieses zu unterrichten, genügt es aus rechtlicher Perspektive nicht, nur die Unterlagen zu verteilen. Sie müssen sicherstellen, dass Kursteilnehmer Rückfragen stellen können. Weiterhin müssen Sie am Ende durch ein persönliches Gespräch oder einen Test überprüfen, dass die Kursteilnehmer den Inhalt verstanden haben. Am besten erstellen Sie dafür einen kurzen Test. Kursverantwortlicher und -teilnehmer sollten am Ende erfolgreiche Fahrerunterweisung durch eine Unterschrift dokumentieren.
  2. Elektronische Fahrerunterweisung: Die Inhalte können auch durch E-Learning vermittelt werden. Vorteile vor Fahrerunterweisung per E-Learning sind, dass die Inhalte stets auf dem neuesten Stand sind, kein Arbeitsaufwand für Fahrer und Fuhrparkleiter entsteht und alle Schritte zur gesetzeskonformen Durchführung eingehalten werden, so z.B. die Dokumentation der erfolgten Unterweisung. Bei der elektronischen Kontrolle sind Fahrer im System erfasst und werden an fällige Unterweisungen erinnert. Sie erhalten einen Link, um die Unterweisung zu starten und können diese auch mit einem mobilen Endgerät durchführen. Weiterhin wird ein Abschlusstest mit Zufallsfragen durchgeführt und bei Erfolg die erfolgreiche Unterweisung dokumentiert. Über ein solches elektronisches System kann für einen großen Teil der Fälle die Unterweisung komplett abgedeckt werden. Beachten Sie jedoch, dass Sie zusätzlich auch über betriebs- oder fahrzeugspezifische Gefahren unterrichten müssen, wenn diese bei der anfänglichen Gefahrenbeurteilung festgestellt wurden.

Wie behalten Sie den Überblick?

Wenn Sie die Unterweisung manuell durchführen, dokumentieren Sie auf jeden Fall, welcher Fahrer die Unterweisung besucht hat. Die Unterweisung findet oft an zentralen Terminen statt. Achten Sie unbedingt darauf, bei Krankheit oder Urlaub von Fahrern den Unterricht anschliessend nachzuholen. Eine Unterlassung der Unterweisung kann rechtlicher Folgen für Sie haben. Auch wenn Sie keine elektronische Unterweisung durchführen, kann eine Fuhrparkmanagement Software dabei unterstützen, die Termine im Griff zu behalten.

Nutzen Sie ein elektronisches System, werden Fahrer automatisch informiert und erfolgte Unterweisungen dokumentiert. So können Sie jederzeit die Erledigung Ihrer Pflichten nachweisen und es geht garantiert kein Fahrer vergessen.

Weiterführende Informationen

Die Fahrer-UVV sind Teil der sogenannten Halterpflichten. Möchten Sie mehr über die Halterpflichten erfahren und anwenderorientierte Handlungsanweisungen erhalten, empfehlen wir Ihnen unser E-Book zur Halterhaftung. Das E-Book geht auf die Halterhaftung, Unfallverhütungsvorschriften (UVV) und Führerscheinkontrolle ein. Zusätzlich finden Sie im E-Book praktische Vorlagen, um die Aufgaben zu erledigen.

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