Fuhrparkwissen A-Z

Betriebssicherheit

Autor: Sina Burghardt

In gewerblichen Betrieben kommen Maschinen genau wie Arbeitsmittel und verschiedene Geräte zum Einsatz. Die sichere Verwendung davon fällt unter die Betriebssicherheit. Sobald Arbeitgeber Arbeitsmittel oder Geräte bereitstellen oder die Arbeit mit Maschinen erforderlich ist, spielt die Betriebssicherheit eine Rolle. Wir schauen uns genauer an, was im Rahmen der Betriebssicherheit eine Rolle spielt und warum diese für jeden Betrieb wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist mit der Betriebssicherheit gemeint?

Im Rahmen der Arbeit in einem Betrieb kann es zu Gefahren kommen. Sobald ein Arbeitgeber Arbeitsmittel und Geräte zur Nutzung zur Verfügung stellt, ist die Sicherheit der Arbeitnehmer zu beachten. Die Betriebssicherheit schützt damit die Gesundheit und das Leben aller Mitarbeiter und ist im Rahmen der sicheren Arbeit unerlässlich. Mit der Betriebssicherheit sind letztlich Maßnahmen und Vorschriften gemeint, die zur Sicherheit im Betrieb beitragen. Gefahren werden erkannt, beurteilt und es werden Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen, die für mehr Sicherheit sorgen. Diese Maßnahmen werden überprüft, die Mitarbeiter sind einzuweisen, um auf allen Ebenen eine möglichst hohe Sicherheit zu erreichen. 

In diesem Zusammenhang ist es vor allem entscheidend, die Betriebssicherheitsverordnung sowie die für eine Prüfung der Maßnahmen befähigten Personen genauer zu bestimmen. Die Maßnahmen im Rahmen der Betriebssicherheit lassen sich nur dann umsetzen, wenn Gefahren durch Arbeitsmittel frühzeitig erkannt werden. Jedes Unternehmen hat die Betriebssicherheit als Ziel, welches angestrebt wird, um bei der Anwendung von Arbeitsmitteln die Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. 

Betriebssicherheitsverordnung: Was regelt die Vorschrift?

Maßgeblich ist für die Betriebssicherheit die sogenannte Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Die Verordnung gilt seit 2002, wurde jedoch seit 2010 stetig überarbeitet, um neue Erkenntnisse und Entwicklungen einzubeziehen. In der Verordnung werden Maßnahmen festgelegt, die für die Sicherheit im Betrieb sorgen sollen. Zusätzlich ist eine Dokumentation genau wie die Erfüllung der Mitteilungspflichten gegenüber den Behörden zu beachten. Die Verordnung legt zusätzlich fest, welche Anlagen besonders zu beachten sind, um hier für Klarheit zu sorgen. 

Entscheidend ist bei der Verordnung, dass die Verwendung von Anlagen und Maschinen nicht mit einer Gefahr für die Nutzer einhergehen darf. Bei bekannten Gefahren sind Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der gesamte Prozess der Produktion oder der generellen Verwendung von Arbeitsmitteln ist möglichst sicher zu gestalten. Eine Gefahr für Menschen oder für die Umwelt soll nicht entstehen. Die Gefährdungsbeurteilung muss vor der Nutzung von Arbeitsmitteln durchgeführt werden. Zusätzlich sind Anlagen, die einer besonderen Überprüfung unterliegen, in der Verordnung festgelegt. 

Die Vorschrift regelt das gesamte Vorgehen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln, wodurch die Betriebssicherheit erhöht werden soll. Neben der Beurteilung von Gefahren sind geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Bauliche Maßnahmen oder Maßnahmen zur Instandhaltung sind je nach vorhandener Gefährdungslage ebenfalls zu ergreifen, um hier die Sicherheit zu erhöhen. Arbeitsmittel aller Art dürfen nicht in unzulässigen oder unsicheren Zuständen verwendet werden. Die Unterweisung von Mitarbeitern, die Dokumentation und die regelmäßige Überprüfung aller Maßnahmen der Betriebssicherheit runden die Vorgaben der Verordnung ab. 

Betriebssicherheitsprüfung gemäß BetrSichV

Im Rahmen der BetrSichV ist zusätzlich die Betriebssicherheitsprüfung zu beachten. Im Rahmen dieser Prüfung müssen alle Arbeitsmittel, die im Betrieb zum Einsatz kommen, in regelmäßigen Abständen geprüft werden. Zu prüfen sind dabei alle elektrischen Arbeitsmittel und Geräte sowie Maschinen aller Art. Die Funktion wird überprüft und die Gefährdungsbeurteilung ist eventuell regelmäßig anzupassen. In der BetrSichV sind die Fristen bei den Arbeitsmitteln angegeben. Hier hängen die Abstände zwischen den Prüfungen von der Art der Arbeitsmittel ab. Die in der Verordnung genannten Zeiten sind als Höchstfristen anzusehen, die nicht zu überschreiten sind. 

Wichtig ist, dass alle Unternehmen egal welcher Größe, ihre elektrisch betriebenen Arbeitsmittel bis hin zu Maschinen prüfen müssen. Bei jedem Arbeitsmittel ist über die gesamte Lebensdauer hinweg ein einwandfreier Zustand zu gewährleisten, um Gefahren zu minimieren. Tatsächlich sind nicht nur größere Maschinen zu prüfen, sondern selbst Kaffeemaschinen, Bohrer oder Drucker. Alles, was am Stromkreislauf angeschlossen wird, ist daher zu überprüfen, um Risiken zu erkennen. Grundlage für die Prüfung sowie für die zu überprüfenden Maßnahmen ist die Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsmittel. Die Betriebssicherheitsprüfung ist nicht zu vernachlässigen, um rechtliche Folgen oder Bußgelder zu vermeiden. 

Befähigte Personen nach TRBS 1203

Für die Durchführung der Betriebssicherheitsprüfung ist nicht irgendeine Person im Betrieb zu beauftragen. Vielmehr muss es sich um eine befähigte Person handeln. Eine befähigte Person nach TRBS 1203 muss über eine mindestens einjährige Erfahrung bei der Instandhaltung, Nutzung und beim Zusammenbau von elektrischen Anlagen und Arbeitsmitteln verfügen. Die Person benötigt eine einschlägige Berufsausbildung, die sich überprüfen lässt. Eine befähigte Person kann daher aufgrund der vorhandenen Erfahrung beurteilen, ob ein vorgeschlagenes Prüfverfahren beim jeweiligen Arbeitsmittel geeignet ist. Die Prüfung ist daher von befähigten Personen durchzuführen, die in der Lage sind, mögliche Gefahren tatsächlich zu erkennen und auf diese hinzuweisen. TRBS steht an dieser Stelle für Technische Regeln für Betriebssicherheit, die im Bereich des Arbeitsschutzes genauer geregelt und definiert sind. 

Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln

Der erste Schritt im Rahmen der Betriebssicherheit und deren Umsetzung ist die Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsmitteln. Jeder Arbeitgeber muss jedes Arbeitsmittel bezüglich der möglichen Gefahren beurteilen, bevor eine Arbeit damit erlaubt ist. Bei einer Maschine ist beispielsweise zu beachten, welche Gefahren von der Maschine selbst ausgehen. Außerdem ist ein Blick auf die Arbeitsumgebung genau wie auf weitere potenzielle Gefahren im Rahmen der Arbeit wie zum Beispiel durch kurzfristige Unaufmerksamkeit zu beachten. Nur durch dieses Vorgehen ist es möglich, Gefahren zu erkennen, zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Darum geht es im Rahmen der Betriebssicherheit, da eine mögliche Gefährdung bei der Nutzung von Arbeitsmitteln schließlich erst einmal zu beachten ist. 

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind verschiedene Kriterien zu beachten: 

  • Mögliche Gefahren bei der Verwendung von Arbeitsmitteln
  • Umfang und Form der Prüfungen, die durchzuführen sind
  • Erforderliche Schutzmaßnahmen
  • Das Ergebnis der jeweiligen Prüfung

In jedem Fall ist die Gefährdungsbeurteilung regelmäßig und umfassend durchzuführen. Eine Dokumentation muss erfolgen. Es ist möglich, die Beurteilung elektronisch zu erfassen, solange eine regelmäßige Überprüfung erfolgt. Dabei ist es wichtig, mögliche Änderungen bei Unfällen oder bei Neuerungen aus dem Arbeitsschutz zu beachten. Sobald die vorhandenen Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahren nicht ausreichen, muss eine Neubeurteilung erfolgen. Die Gefährdungsbeurteilung ist für Unternehmen verpflichtend, sodass ein Verstoß dagegen mit rechtlichen Folgen einhergehen kann. 

Betriebssicherheit von Autos

Ein Fahrzeug aus dem Fuhrpark muss einmal jährlich auf die Betriebssicherheit geprüft werden. Die Prüfung ist, wie vorher bereits erklärt, von einer befähigten Person durchzuführen. Es ist nicht möglich, dass einfach jeder Mitarbeiter im Betrieb die Betriebssicherheit prüft. Betroffen sind von dieser Prüfung alle Fahrzeuge, die vom Unternehmen zur Nutzung bereitgestellt werden. An dieser Stelle betrachten wir die gesetzlichen Grundlagen genau wie die Unterschiede zwischen Betriebs- und Verkehrssicherheit genauer.  

Zunächst einmal darf ein Fahrzeug, welches nicht betriebssicher ist, nicht bewegt werden. Zwar sind die Fahrerunterweisung genau wie die Führerscheinkontrolle wichtig, doch die Betriebssicherheit muss für die Nutzung eines Fahrzeuges gegeben sein. Mit der Betriebssicherheit ist gemeint, dass keine Mängel am Fahrzeug vorliegen, die gegen einen Einsatz dieses sprechen. Die Betriebssicherheit stellt eine Art Oberbegriff für die Arbeits- und Verkehrssicherheit dar. Wenn ein Fahrzeug als betriebssicher gilt, erfüllt es somit alle Anforderungen bezüglich der Verkehrssicherheit sowie der Arbeitssicherheit. 

Jeder Fahrer ist dazu verpflichtet, vor dem Fahrtantritt den Zustand des Fahrzeuges zu prüfen. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn es sich um ein Poolfahrzeug handelt, welches von verschiedenen Fahrern genutzt wird. Unter anderem sind folgende Punkte vor Fahrtantritt zu prüfen, um der Betriebssicherheit zu entsprechen: 

  • Der Zustand der Reifen
  • Der Zustand der Lichtanlage
  • Einwandfreier Zustand der Bremsen
  • Vorhandener Verbandskasten und ein vorhandenes Warndreieck

Die Sicherstellung der Betriebssicherheit soll Unfällen vorbeugen und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern. Fuhrparkleiter, die eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung und die regelmäßigen Prüfungen vornehmen, benötigen dafür nachweisliche Berufserfahrung. Dadurch lässt sich sicherstellen, dass die Betriebssicherheit von geeigneten Mitarbeitern überprüft und überwacht wird. 

Gesetzliche Grundlagen für die Betriebssicherheit von Fahrzeugen

Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zeigt, worauf Fahrer und Fuhrparkleiter achten müssen, wenn es um die Betriebssicherheit geht. Die Feststellung der Betriebssicherheit ist verpflichtend, nicht freiwillig und daher immer zu beachten. Bei vorhandenen Mängeln, die nicht beseitigt und festgestellt werden, drohen teilweise erhebliche Bußgelder. Die Vorschriften der DGUV zeigen auch, worauf Fahrer zu achten haben, wenn es um die Prüfung des Fahrzeugzustandes geht. Einmal jährlich ist der Zustand des Fahrzeuges unbedingt zu prüfen, um negativen Konsequenzen vorzubeugen. Je nach Fahrzeugzustand und allgemeinen Entwicklungen kann eine häufigere Überprüfung notwendig sein. 

Betriebssicherheit von Verkehrssicherheit und Arbeitssicherheit abgrenzen

Es handelt sich bei der Betriebssicherheit eher um einen übergeordneten Begriff. Abzugrenzen ist dieser von der reinen Verkehrssicherheit sowie von der Arbeitssicherheit. Für eine bessere Verdeutlichung sollen an dieser Stelle in Kurzform die einzelnen Begriffe vorgestellt werden. In jedem Fall müssen für die Betriebssicherheit sowohl der Arbeitsschutz als auch die Verkehrssicherheit stimmen, um allen Anforderungen zu entsprechen. 

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Der Arbeitsschutz ist auf das geltende Arbeitsschutzgesetz zurückzuführen. Es handelt sich um übergreifende Maßnahmen, die den Schutz auf der Arbeit gewährleisten sollen. Das Arbeitsschutzgesetz dient zur Verbesserung der Sicherheit im Betrieb. Maßnahmen sind vom Arbeitnehmer genau wie vom Arbeitgeber einzuhalten. Unterweisungen von Mitarbeitern gehören dazu, weshalb die Fahrerunterweisung im Sinne des Arbeitsschutzes unbedingt einzuhalten ist. Die Arbeitssicherheit hingegen ist ein Teilbereich des Arbeitsschutzes. Bei der Arbeitssicherheit handelt es sich um einen gefahrenfreien Zustand bei der Ausübung der Arbeit, der anzustreben ist. Der Arbeitsschutz ist somit von den Maßnahmen her deutlich weiter gefasst und beinhaltet alle anderen Teilbereiche, zu denen auch die Arbeitssicherheit an sich zählt. 

Was versteht man unter Verkehrssicherheit?

Zusätzlich ist noch die Verkehrssicherheit zu beachten. Damit ist gemeint, dass nur verkehrssichere Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Diese dürfen den Straßenverkehr nicht behindern und der Zustand des Fahrzeuges muss das sichere Fahren ermöglichen. Dafür müssen sowohl der Fahrer als auch der jeweilige Fuhrparkverantwortliche sorgen. 

Die Betriebssicherheit der Fahrzeuge ist entscheidend

Zur Vorbeugung von Unfällen, Bußgeldern und möglicherweise rechtlichen Folgen ist es entscheidend, auf die Betriebssicherheit der Fahrzeuge zu achten. Jedes Fahrzeug aus dem Fuhrpark sowie alle Poolfahrzeuge sind regelmäßig zu überprüfen, damit keine erheblichen Mängel vorhanden sind. Die Betriebssicherheit beinhaltet die Verkehrs- und Arbeitssicherheit. Bei erheblichen Mängeln dürfen die Fahrzeuge nicht bewegt werden und sind nicht für die Nutzung im Straßenverkehr zugelassen. Daher gehört es zum Fuhrparkmanagement dazu, hier auf entsprechende Termine zu achten und diese einzuhalten. 

Häufig gestellte Fragen zur Betriebssicherheit 

Warum ist die Betriebssicherheit wichtig?

Die Betriebssicherheit beugt Unfällen vor und sorgt dafür, dass vorhandene Gefahren erkannt, beurteilt und möglichst vermieden werden. Dadurch ist die möglichst sichere Nutzung von Arbeitsmitteln notwendig, die Gesundheit und Leben der Mitarbeiter sichert. Für den Fuhrpark bedeutet das, dass ein Fahrzeug in einem verkehrssicheren Zustand ist. Unterweisungen der Fahrer werden eingehalten und ein verkehrssicherer Zustand der Fahrzeuge wird gewährleistet. Alle verwendeten Fahrzeuge im Fuhrpark müssen der Betriebssicherheit entsprechen und die Vorgaben erfüllen. Die Betriebssicherheit ist aber in allen Unternehmen von Bedeutung, nicht nur in solchen, die über eine Flotte verfügen.

Welche Rolle spielt es, wenn ein Fahrzeug nicht die Anforderungen erfüllt?

Ein Fahrzeug, welches nicht betriebssicher ist, darf nicht bewegt werden. Bei vorhandenen Mängeln ist das Bewegen eines solchen Fahrzeuges mit erheblichen Bußgeldern verbunden.

Wie lässt sich die Betriebssicherheit von der Arbeitssicherheit abgrenzen?

Eine Abgrenzung ist nicht erforderlich, da die Betriebssicherheit die Arbeitssicherheit beinhaltet. Ist ein Fahrzeug betriebssicher und mängelfrei, sind die Bedingungen im Rahmen der Arbeitssicherheit erfüllt. Das Fahrzeug erfüllt dann alle Vorgaben, die zu beachten sind.

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